Bürgerwald Info
Baum aus Sagen und Märchen
„Der dunkle Tann“ ist Schauplatz vieler Märchen und Sagen. „Tann“ bedeutet übersetzt Wald oder Forst. Durch die Schattentoleranz der Weißtanne wachsen Tannenwälder sehr dicht; daher ist es dort so dunkel und geheimnisvoll – die perfekte Atmosphäre für Geschichten.
Den Tannenbaum zu Weihnachten kennt natürlich auch jeder. Allerdings steht meist keine Weißtanne, sondern die eng verwandte Nordmanntanne im Wohnzimmer. Erkennen kann man eine Weißtanne an den beiden weißen Streifen auf der Unterseite der Nadeln, von denen sie auch ihren Namen hat.
Tannenzapfen sammeln kann man im Wald nicht. Die aufrecht an den Zweigen stehenden Zapfen der Tanne fallen nach der Samenreife nicht im Ganzen, sondern in einzelnen Schuppen auf den Boden. Die Zapfen, die am häufigsten im Wald zu finden sind, sind Fichtenzapfen.
| Die Weisstanne : | |
|---|---|
| Alter | bis 600 Jahre |
| Blütezeit | April bis Juni |
| Fruchtbarkeit | mit 25 – 35 Jahren im Freistand, mit 60 – 70 Jahren im Bestand |
| Höhe | 35 bis maximal 65 Meter |
| Durchmesser | bis 2 Meter (teilweise über 3 Meter) |
| Krone | im Bestand meist lang gezogen, walzen- förmig, im Freistand kegelförmig, spitz |
| Nadeln | weiche dunkelgrüne glänzende Nadeln, mit zwei weißen Streifen auf der Unterseite |
| Rinde | weißgraue, helle Rinde, in Jugend glatt, später schuppig |
Wichtiger Lebensraum für viele Tiere
Der Begriff Totholz verrät es schon: es geht um das tote Holz. Das können abgestorbene Bäume sein oder auch Baumteile wie große Äste. Bäume sterben, wenn sie sehr alt sind, durch andere Lebewesen wie Pilze stark beeinträchtigt oder durch Sturm oder Schnee beschädigt oder umgestürzt werden. Trotzdem spielt Totholz im Wald noch eine wichtige Rolle, mindestens 20 Prozent der Waldlebewesen brauchen es.
Totholz bietet Lebensraum oder Nahrung für viele Lebewesen:
• Säugetiere wie Wildkatze, Fledermaus und Marder
• Vögel wie Specht, Hohltaube und Waldkauz
• Reptilien wie Waldeidechse und Blindschleiche
• Amphibien wie Feuersalamander und Kammmolch
• Insekten, darunter ca. 1350 KäferartenwieHirschkäfer, Eremit, Gekämmter Nagekäfer und Kopfhornschröter
• ca.1500 Pilzarten, wie Angebrannter Rauchporling, goldgelber Zitterling und Zinnoberschwamm
• unzählige Bakterien, Flechten, Moose und Farne

Jeder 3. Bissen unseres Essens ist von den Bienen abhängig!
Bienen sammeln Pollen und Nektar von Blüten als Nahrung. Dabei bestäuben sie die Blüten der Pflanzen, die sie besuchen. Ein Honigbienenvolk mit 20.000 Flugbienen kann so pro Tag etwa 3 Millionen Obstblüten bestäuben. Die Bestäubung der Blüten ist Voraussetzung für die Entwicklung von Früchten. Über die darin enthaltenen Samen vermehren sich die Pflanzen.
Rund 80 Prozent der heimischen Wild- und Nutzpflanzen sind auf Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Der Mensch ernährt sich von den Früchten dieser Pflanzen und bezeichnet sie als Obst und Gemüse. Auch viele andere Tiere ernähren sich von Pflanzen und ihren Früchten. Einige dieser Tiere wiederum nutzt der Mensch als Fleisch- und Milchquelle.
Honig ist also bei weitem nicht das einzige Nahrungsmittel, bei dem der Mensch von den Bienen abhängig ist.
Aufgabenverteilung im Bienenvolk
Die Königin legt bis zu 2000 Eier pro Tag. Sie ist also für die Vermehrung des Volkes zuständig.
| Arbeiterinnen haben je nach Alter verschiedene Aufgaben: | |
|---|---|
| 1. – 3. Tag: | Reinigung der Waben |
| 4. – 5. Tag: | Füttern und Pflegen der Eier und Larven |
| 6. – 13. Tag: | Versorgung der Königin & Larven mit Futtersaft |
| 14. – 16. Tag: | Bau von Waben (Wachs aus speziellen Drüsen) |
| 17. – 19. Tag: | Schutz des Bienenstocks vor Eindringlingen |
| ab Tag 20: | Sammeln von Wasser, Pollen und Nektar. |
Drohne sind männliche Bienen. Sie haben die Aufgabe die Königin zu begatten. Danach stirbt der Drohn.
Insektenpolizei im Wald
Waldameisen ernähren sich vor allem von Honigtau, einem zuckerhaltigen Saft, der von Blattläusen ausgeschieden wird. Sie fressen aber auch Insekten und Spinnentiere. Dadurch schützen sie den Wald vor Schädlingen wie dem Borkenkäfer. Indem sie seine Massenvermehrung verhindern, stabilisieren sie das ökologische Gleichgewicht des Waldes.
Trotz ihrer geringen Körpergröße sind Waldameisen beeindruckende Baumeister. Ein Ameisenhaufen kann bis zu 2 Meter aus der Erde ragen, unter der Erde ist das Nest mindestens noch einmal so groß. Es besitzt ein weit verzweigtes Gangsystem mit vielen Ein- und Ausgängen. Diese werden bei Regen und Kälte verschlossen und bei hohen Temperaturen geöffnet. So können Temperatur und Feuchtigkeit reguliert werden.
Als gefährdete Art steht die rote Waldameise in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und daher unter besonderem Schutz. Die Zerstörung von Ameisenhaufen ist verboten.
Aufgabenverteilung im Ameisenstaat
Die geflügelte Königin ist die größte Ameise im Staat. Sie legt pro Tag bis zu 300 Eier. Dazu muss sie nur ein einziges Mal begattet werden. Die Samen bewahrt sie in einer Samentasche auf, sodass sie für den Rest ihrer etwa 20jährigen Lebenszeit ihre Eier selbst befruchten kann.
Die flügellosen Arbeiterinnen suchen als Außendienstameisen nach Nahrung, pflegen als Ammenameisen die Larven und Pup- pen sowie die Königin oder bauen am Nest und verteidigen es als Soldatinnen.
Die einzige Aufgabe der geflügelten Männchen ist die Begattung von Jungköniginnen während des Hochzeitsfluges. Danach wer- den sie aus dem Stock vertrieben und sterben kurz darauf.
Fliegen mit den Händen und sehen mit den Ohren
Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere in Deutschland, die fliegen können. Und auch sonst ist ihre Lebensweise besonders: Tagsüber ruhen oder schlafen sie in Höhlen oder auf Dachböden, wo sie kopfüber an Ästen oder Balken hängen. Die Hand- und Fingerknochen der Fledermäuse sind stark verlängert, zwischen Arm- und Beinknochen sowie dem Schwanz spannt sich eine dünne Flughaut.
Als nachtaktive Tiere sehen Fledermäuse nur schlecht. Zur Orientierung nutzen sie die Echoortung. Dazu stoßen sie in kurzen Abständen Ultraschalllaute aus. Treffen diese auf ein Hindernis, wird ein Echo zurückgeworfen. Mit ihren trichterförmigen Ohren fangen die Fledermäuse das Echo auf und können sich so ein Bild ihrer Umgebung machen, sich orientieren und Nahrung finden. Sie sehen also sozusagen mit ihren Ohren.
In Deutschland heimische Fledermäuse ernähren sich meist von Insekten, sie trinken also kein Blut – weder von Menschen noch von Tieren.
25 Fledermausarten kommen in Deutschland vor.
Davon sind im Landkreis Rottal-Inn folgende 12 Arten bestätigt:
Hier im Bürgerwald sind die Fransenfledermaus und der Große Abendsegler nachgewiesen worden.
| 12 nachgewiesene Fledermausarten im Kandkreis Rottal-Inn : | |
|---|---|
| Großes Mausohr | Großer Abendsegler |
| Mopsfledermaus | Wasserfledermaus |
| Braunes Langohr | Nordfledermaus |
| Graues Langohr | Zwergfledermaus |
| Fransenfledermaus | Zweifarbfledermaus |
| Kleine Bartfledermaus | Breitflügelfledermausr |

