Bürgerwald Info
Wildtiermanagement zum Erhalt von Lebensräumen
Die Anforderungen an die Jagd haben sich stark verändert. In der Gesellschaft gibt es sehr unterschiedliche Positionen hierzu. Die Erhaltung oder Wiederherstellung des biologischen Gleichgewichts in der Natur ist ein bedeutsames Argument für die Jagd.
Wildtiere sind Teil der Natur. Ihr Lebensraum wird jedoch zunehmend durch den Menschen beeinflusst und stark verändert. Durch die Ausrottung großer Raubtiere wie Bären und Wölfe sowie des Luchses können sich vor allem Rehe stark vermehren. Sie fressen gerne Knospen und junge Pflanzentriebe. Dabei bevorzugen sie bestimmte Baumarten wie Tanne und Buche. Durch diesen sogenannten Verbiss könne sich die Pflanzen nicht mehr vermehren und sterben ab. Werden die Felder im Herbst abgeerntet steigt der Verbiss in den Wäldern noch an.
Um den Wald zu erhalten, sind zusätzliche Pflanzungen nötig. Zudem müssen die jungen Pflanzen während des Aufwuchses gegen Verbiss geschützt werden. Diese Maßnahmen sind teuer und aufwendig. Das Bayerische Jagdgesetz schreibt deshalb vor, dass die Verjüngung des Waldes ohne wesentliche Schutzmaßnahmen möglich sein muss. Hierzu werden alle drei Jahre die Vegetations-Gutachten erstellt, die das Ausmaß der Schäden durch Wildverbiss festhalten. Diese bilden die Grundlage für die Aufstellung der Abschusspläne, in denen geregelt ist, wie viele Rehe die Jäger in einem Revier erlegen dürfen.
Wesentliche Ziele der Jagd und der Regulierung des Schalenwildes sind die Erhaltung der Lebensräume und der natürliche Lebensgrundlagen aller im Wald lebenden Tiere. So werden auch bedrohte Tierarten wie Fischotter, Wildkatze und Auerhahn geschützt.
Die Jagd ist deshalb unverzichtbar für eine naturnahe Waldbewirtschaftung.
Ersatzwohnungen für Tiere
Warum gibt es überhaupt Nistkästen im Wald?
Viele Vogelarten nutzen Höhlen in größtenteils toten Bäumen, zum Brüten oder auch nur als Schlafplatz.
In Wirtschaftswäldern gibt es meist nur wenig stehendes Totholz und damit wenig Möglichkeiten zur Höhlenanlage.
Mit Nistkästen kann hier Abhilfe geschaffen werden.
Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen:
Von der Vollhöhle über die Nischenbrüterhöhle bis zum Fledermausnistkasten.
Neben Vögeln und Fledermäusen nehmen auch Insekten wie die Hornisse diese Kästen gerne an.
Siebenschläfer und Marder nutzen die kleinen Holzhütten ebenfalls als Schlaf- oder Brutplatz.
Nistkästen sind interessant für diese Vogelarten:
• Meisen (z.B. Blaumeise, Kohlmeise)
• Kleiber
• Sperlinge(z.B.Feldsperling)
• Stare
• Wiedehopf
• Käuze(z.B.Sperlingskauz,Waldkauz)
• Eulen (z.B. Schleiereule)
• Hohltaube
• Turmfalke
• Schwalben (z.B. Mehlschwalbe)
Weisse Schönheit im dunklen Wald
Die Hängebirke wird auch Sandbirke, Warzenbirke oder Weißbirke genannt. Die Birkenrinde enthält den Stoff Betulin, der ihr ein strahlendes Weiß verleiht. Betulin reflektiert das Sonnenlicht sehr stark und ist zudem wasserabweisend. Dadurch schützt es den Baum vor Verdunstung und macht ihn unempfindlich gegenüber Frost und Hitze. So konnte die Birke als Pionierbaumart fast ganz Europa erobern.
Birken sind einhäusig, das bedeutet, dass sich auf einem Baum sowohl männliche als auch und weibliche Kätzchen befinden. Sie werden durch den Wind bestäubt. Junge, zarte Birkenblätter sind außerdem essbar und z.B. im Salat sehr schmackhaft.
| Die Hängebirke : | |
|---|---|
| Alter | 90 – 120 Jahre |
| Blütezeit | April bis Mai |
| Fruchtbarkeit | ab 5 Jahren |
| Höhe | 15 – 25 (maximal 30) Meter |
| Durchmesser | bis maximal 0,8 Meter |
| Krone | langgestreckt, schmal, hängende Äste, im Alter unregelmäßiger |
| Blätter | dreieckig – rautenförmig, Rand gesägt |
| Rinde | weiß, braun-schwarz aufreißend, teilweise ablösend |
Eine Bereicherung für unsere Wälder
An diesem Standort stehen Roteichen, Douglasien und Riesenlebensbäume.
Diese drei Baumarten sind bei uns eigentlich nicht heimisch. Sie kommen aus Nordamerika und bereichern nun unsere hiesigen Wälder auf verschiedene Art und Weise. Die Roteiche trägt zum Beispiel mit ihrer ästhetischen Herbstfärbung zu einem ansprechenden Waldbild bei.
Was spricht noch für die Anpflanzung fremder Baumarten?
Auch wirtschaftliche Interessen sowie sich verändernde Klimabedingungen befördern den Anbau fremder Baumarten.
Der Klimawandel führt zu steigenden Temperaturen und geringeren Niederschlägen. Damit kommen einige heimische Baumarten nicht gut zurecht. Manche Baumarten aus anderen Ländern sind jedoch an diese Klimabedingungen angepasst.
Eine große Artenvielfalt bedeutet im Klimawandel Sicherheit.

Überlebenskünstler unter den Bäumen
Rotföhre, Weißkiefer, Forche, Gewöhnliche oder Gemeine Kiefer - die Waldkiefer hat viele Namen.
Sie ist sehr anspruchslos, das bedeutet, sie benötigt keine besonderen Bedingungen um gut wachsen zu können. Auf Freiflächen ist sie immer einer der ersten Bäume – sie ist eine Pionierbaumart. Schnell wächst sie in ihrer Jungend in die Höhe.
Ihre lange Pfahlwurzel ermöglicht die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen aus tieferen Bodenschichten. Zudem verankert sie den Baum gut im Boden und macht ihn so widerstandsfähig gegen Stürme. Einen Nachteil gibt es jedoch: Reine Kiefernwälder sind sehr anfällig für einen Befall durch Schadinsekten.
Waldkiefern sind einhäusig, männliche und weibliche Zapfen befinden sich also auf dem gleichen Baum. Von der Bestäubung über die Befruchtung und die Samen- bildung bis zur Freisetzung der reifen Samen vergehen 2 Jahre. So unterscheidet sich die Waldkiefer von vielen anderen Baumarten.
| Die Waldkiefer : | |
|---|---|
| Alter | bis 600 Jahre |
| Blütezeit | Mai |
| Fruchtbarkeit | mit 10 bis 15 Jahren |
| Höhe | 20 – 30 (max. 45) Meter |
| Durchmesser | bis 1,0 Meter |
| Krone | sehr variabel, von schmal bis sehr ausladend, trotzdem immer licht |
| Nadeln | grün bis blaugrün, immer zu zweit zusammen in einer Nadelscheide, ca. 5 cm lang, relativ spitz |
| Rinde | junge Rinde rötlich und dünn abblätternd, ältere Rinde gräulich bis braun, stark gefurcht mit starken Schuppen |

